05 2024⎥INTUITION & KI⎥PRAGER FOTOSCHULE LINZ

DER MENSCH ALS NICHT-MASCHINE – EIN BEITRAG DER SCHOOL OF PHILOSOPHY

Die School of Philosophy zu Gast bei Ines Thomsen in der Prager Fotoschule LInz 

Ein sensationeller Eröffnungsabend zur Ausstellung "Intuition & KI" der großartigen Fotografin und Kunstschaffenden Ines Thomsen, der am 25.04. in der Tabakfabrik Linz über die Bühne ging! Mit unserem Kurztext "Der Mensch als Nicht-Maschine" durften wir einen philosophieanalytischen Videobeitrag stiften. Denn einmal mehr sind wir mit einer technologischen Revolution konfrontiert, die alles Bisherige in den Schatten stellen wird, glaubt man jenen, die uns die Frohbotschaft verkünden. Und einmal mehr sehen wir uns einem Maschinen-Universum gegenüber, das uns letztlich dazu nötigt, einen Konvergenzpunkt zu finden, von dem aus wir uns selbst zu bestimmen vermögen. 

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05 2024 ⎥SOMMERAKADEMIE ⎥TOSKANA 1

INTELLEKTUELLE WELTERFAHRUNG UND PURE LEBENSFREUDE

Die Technikkritik Günther Anders' 

Alle spinozaische Weisheit – so wir letztlich überhaupt zur Weisheit zu gelangen vermögen – wird uns nichts helfen. Wir müssen untergehen – die Menschheit insgesamt und daher auch jeder einzelne. Jedenfalls dann, wenn wir dem Befund Günther Sterns Glauben schenken. Der einst mit Hanna Arendt verheiratete Günther Stern, dessen Federname Günther Anders lautete und unter dem er ausschließlich publizierte, entwirft in seinem Hauptwerk ›Die Antiquiertheit des Menschen‹ ein düsteres Bild über den Zustand der Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution. Seine radikale Technik- und Fortschrittskritik entspringt einer existenzialistisch gefärbten Anthropologie, einer Psychologie des Menschen als eines im Verhältnis zu von Maschinen hergestellten Produkten stehenden Wesens, einer Wirtschaftsontologie sowie einer Erkenntnistheorie des Gemüts: Während die Welt in allem festgelegt ist, ist der Mensch lediglich darin festgelegt, in nichts festgelegt zu sein. Das ist einerseits das Fundament seiner Freiheit und seiner Fähigkeit, sich als Individuum zu begreifen, andererseits aber auch der Grund für sein radikales Fremdsein, sein anthropologisch unhintergehbares Nicht-in-diese-Welt-passen. Da der Mensch nun nicht in diese Welt passt, muss er sich eine Welt schaffen. Weil er aber nicht festgelegt ist, ist es auch die Welt nicht, die er sich schafft, und so muss er ständig Neues schaffen, ohne jemals ans Ziel zu kommen. Nichtsdestoweniger ist er an die Welt gebunden, und diese Bindung zeigt sich am Hunger – am Hunger nach Welt. Seine schiere Bedürftigkeit treibt ihn an, und um sie zu stillen, muss er die Welt besitzen. Ein teuflischer Kreislauf, der bereits bis zur Endzeit, mithin der dritten und zugleich letzten industriellen Revolution fortgeschritten ist: Maschinen stellen Maschinen her, die Maschinen herstellen; solange bis eine letzte Maschine etwas herstellt, das keine Maschine ist, sondern Produkt: Brot oder Granaten. Produkte werden im Hunger nach Welt verbraucht, was den Herstellungsprozess der Maschinen von Neuem anstößt, ad infinitum. So werden die Maschinen selbst zu Subjekten und der Imperativ der Produkte, die sie herstellen, lautet: Konsumiere mich! Jetzt wird in den Laboratorien der Werbeindustrie das Höllenfeuer des Bedarfs geschürt und der Mensch zum Konsumenten gemacht, zu einem bloßen Mitarbeiter, der Tag und Nacht konsumiert und der sich dabei letztlich selbst zerstört. Von diesem Befund aus heben Anders’ Hauptthesen an: Dass wir der Perfektion unserer Produkte nicht gewachsen sind; dass wir mehr herstellen, als wir uns vorstellen und verantworten können; und dass wir glauben, das, was wir können, auch zu dürfen, nein zu sollen, nein zu müssen. Dass dies in der Tat der Fall ist, zeigt sich erstens an der prometheischen Scham und der damit einhergehenden Dehumanisierung. Der Mensch schämt sich geworden, statt gemacht zu sein, ein Gezeugter statt eines legitimen Produkts, ein Mensch statt ein den anderen Geräten ebenbürtiges, exakt funktionierendes, umbaubares, reproduzierbares Gerät. Und so trachtet er danach, seine natürlichen Unzulänglichkeiten auszumerzen, sich selbst zu überwinden, zu verdinglichen, ins Lager der Geräte zu desertieren. Zweitens zeigt es sich am Diktat der massenhaften Produktion und Reproduktion von Waren und der damit einhergehenden Verwertung von allem und jedem – einmal ist keinmal, lautet das erste Axiom der Wirtschaftsontologie: Das nur einmalige ist nicht; der Singular gehört zum Nichtsein; erst im Plural, erst als Serie ist Sein. Sein aber ist Rohstoffsein, und was als Rohstoff ausgedient hat – Menschen ebenso wie radiumverseuchter Atommüll –, wird zum Totgewicht, zur Liquidationsschlacke im gnadenlosen Herstellungsprozess der Waren. Und endlich zeigt es sich drittens daran, dass in einer hochkomplexen und hochgradig arbeitsteiligen Welt das technologisch Mögliche stets realisiert wird. Längst hat der einzelne Spezialarbeiter das Ganze aus den Augen verloren und betrachtet seinen winzigen Beitrag – von der Möglichkeit eines Gewissens ausgeschlossen – als (moralisch) sauber. Festgemacht an der Herstellung und dem Einsatz der Atombombe steht der Apokalypse, für die wir blind sind, weil die Fassungskraft unseres Gemüts begrenzt ist, nichts mehr im Weg: Die große Zahl der Beteiligten und die Kompliziertheit des Herstellungsprozesses verhindert jede Verhinderung. Angesichts dieses niederschmetternden Dramas möchte man fliehen, um mit Günther Anders Urlaub von Moralien zu machen, auf eine Insel der Seeligen flüchten, die Misere hinter sich lassen. Nur verständlich. Doch seine Technikkritik ist keine Ethik der Technik, sondern eine Anthropologie des Untergangs und nicht das kleinste Stück Land wird übrig bleiben. Nicht zuletzt deshalb schreibt der große Humanist Anders, der in seinem Philosophieren stets den Menschen im Blick hatte, dass er hoffe, er möge sich mit allen seinen Thesen irren.

Literatur:
Anders, Günther: Die Antiquiertheit des Menschen, Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution, C.H. Beck, München, 2024.

Die Freiheitsphilosophie Baruch de Spinozas 

Wäre es nicht der Erhabenheit der Schöpfung angemessen, zu einem Leben zu gelangen, das der Wahrheit des Wirklichen folgt, nicht der Deutung derer, die sich als Autoritäten aufführen und die so tun, als hätten sie durchschaut, was undurchschaubar ist? Und wäre es demnach nicht epochal, die dunkle Nacht der Unwissenheit endlich zu überwinden, Bürger dieser Welt zu sein, nicht Fremde, die andere nach dem Weg zu fragen hätten, wollten sie ihr Ziel nicht verfehlen? Beseelt von dieser Idee der Selbstbestimmung sucht Spinoza die Hintergrundvoraussetzungen aufzudecken, derer es bedarf, um sie für eine Menschheit fruchtbar zu machen, die über die längste Strecke, einer Marionette gleich, am Gängelband der All-Mächtigen hängt. Und so liefert er uns in Metaphysik und Erkenntnistheorie das philosophische Fundament der Freiheit: Ein transparenter Gott, der nichts von dem, was er tut, unterlassen kann, eine darauf aufruhende transparente Schöpfung, in der es mit rechten, nämlich natur-gesetzlich determinierten Dingen zugeht und ein erkennender Geist, in dem sich die Welt a priori – unabhängig von den Zerrbildern der Wahrnehmung – spiegelt. Doch als von Gott zum Leben bestimmte Wesen sind wir nicht nur geistige, sondern auch körperliche Wesen, die sich, in die Gesamtheit der Natur eingebettet, mit einer äußeren Welt konfrontiert sehen, die sie zu zerstören droht. Davon affiziert verheddern wir uns in einem Netz aus Affekten oder besser gesagt, aus Leidenschaften, gewoben von der Macht zum Dasein, diesem gewaltigen Streben, das eigene Sein auf eine unbestimmte Zeit hin aufrechtzuerhalten. Gleich den Gefangenen in Platons Höhle halten wir das Falsche für das Wahre und das Schlechte für das Gute, sind wir nicht Herren unserer selbst, sondern Getriebene, die keine Ruhe finden. Ein tragisches Schicksal, könnte man meinen, obgleich nicht ohne Ausweg, denn was uns bleibt, um dem Wechselspiel aus unstillbaren Begierden, törichten Freuden und zerstörerischer Trauer zu entkommen und uns aus der Knechtschaft nicht nur der Affekte zu befreien, ist der Weg der Vernunft. Sich ihrer zu bedienen, sich von ihr leiten zu lassen, das heißt vom Unwissenden zum Weisen zu werden, zu einem Menschen, der über nichts weniger als über wahre Erkenntnis verfügt. Ein solcher Mensch, der sich selbst, die äußere Welt und Gott einzusehen vermag, sub specie aeternitatis, ist in jeglicher Hinsicht frei und in höchstem Maße zufrieden, und nur er führt ein Leben, das man ein gelingendes, d. i. ein glückseliges nennen kann.

Literartur:
De Spinoza, Baruch: Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt, Meiner, Hamburg, 2010.
Waß, Bernd: Intelligibilität und Freiheit, Über die Ethik des Baruch de Spinoza, Tredition, Ahrensburg, 2023.

04 2024⎥KOLLOQUIUM "GERECHTIGKEIT & GESELLSCHAFT" ⎥TABAKFABRIK LINZ

GERECHTIGKEIT ALS FAIRNESS

Die Gerechtigkeitstheorie John Ralws'

Für John Rawls, dessen philosophisches Leben über die weiteste Strecke dem Problem der Gerechtigkeit gewidmet war, ist jede Gesellschaft qua dessen, was sie sein muss, um überhaupt Gesellschaft zu sein, ein Unternehmen zum gegenseitigen Vorteil. In einem solchen Unternehmen stellen die Menschen in gemeinschaftlicher Arbeit Güter her; und weil sie alle lieber mehr als weniger dieser Güter haben wollen, müssen sie gerecht verteilt werden, wenn das Unternehmen dauerhaft Bestand haben soll. Das gilt insbesondere für die Grundgüter – Freiheit, Chancen, Einkommen und Vermögen –, denn die Maßzahl der Grundgüter bestimmt die Aussichten der Mitglieder der Gesellschaft, ihren eigenen Lebensplan verwirklichen zu können. Es bedarf daher einer von allen Mitgliedern der Gesellschaft anerkannte Gerechtigkeitsvorstellung, die die Gesellschaft wirksam steuert und die zu einer gerechten Güterverteilung führt. Die entscheidende gerechtigkeitstheoretische Frage, durch deren Beantwortung das moralische Grundproblem der Verteilungsgerechtigkeit dem Grunde nach zu lösen wäre, muss daher lauten, wie eine solche Gerechtigkeitsvorstellung aufgewiesen werden kann und welche der denkbar vielen die beste ist. John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit ist dementsprechend der Versuch, diese fundamentale Frage zu beantworten. Ihr zentrales Vehikel ist der sogenannte Urzustand: ein theoretisch definierter, entlang besonderer Bestimmungsstücke wie etwa Vernünftigkeit, gegenseitiges Desinteresse, Vertragstreue und Neidlosigkeit höchst ausgefeilter, fiktiver Anfangs- bzw. Entscheidungszustand. Sämtliche repräsentative Personen, die in diesen Zustand eintreten und die folglich für die Wahl einer Gerechtigkeitsvorstellung verantwortlich zeichnen, befinden sich hinter einem Schleier des Nichtwissens. Hinter diesem Schleier wissen sie zwar einerseits, dass in ihrer Gesellschaft die Anwendungsverhältnisse der Gerechtigkeit vorherrschen, dass es also konkurrierende Ansprüche auf mäßig knappe Güter gibt, und haben sie andererseits umfassende wissenschaftliche Kenntnisse über allgemeine Zusammenhänge (etwa solche der Psychologie, der Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften), doch sie wissen beinahe nichts über sich selbst: Niemand kennt seinen Platz in der Gesellschaft, seine Klasse, seinen Status, seine Intelligenz, seine Körperkraft, seine Vorstellung vom Guten, die Einzelheiten seines vernünftigen Lebensplans oder die Besonderheiten seiner Psyche. Ebenso wenig sind ihnen die besonderen Verhältnisse der eigenen Gesellschaft bekannt, ihre wirtschaftliche und politische Lage sowie der Entwicklungsstand der Zivilisation und der Kultur. Da sich auf diese Weise niemand besondere Vorteile verschaffen kann aber auch keine Gründe vorliegen, sich mit besonderen Nachteilen zufriedenzugeben, kommt es in jedem Fall zu einer fairen und zugleich für alle Beteiligten besten Wahl. Das ist Rawls geniale Idee, die herkömmlichen vertragstheoretischen Entwürfe auf eine höhere Abstraktionsstufe zu heben. Denn in Wirklichkeit kommt es nicht bloß darauf an, die gesuchte beste Gerechtigkeitsvorstellung zu finden, sondern darauf, sie auf faire Weise zu finden. Diejenigen, die sich zu gesellschaftlicher Zusammenarbeit entschließen, müssen ein für alle Mal festlegen, was ihnen als gerecht bzw. ungerecht gelten soll, und sie müssen es auf faire Weise tun. Eine Gerechtigkeitsvorstellung – gleich welche – bricht notwendigerweise in sich zusammen, wenn sie unter unfairen Anfangsbedingungen zustande kommt. Das ist der Grund, warum Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit auch ›Theorie der Gerechtigkeit als Fairness‹ heißt. Somit bildet der Urzustand das Substrat, aus dem die Gerechtigkeitsvorstellung der Theorie der Gerechtigkeit deduktiv hergeleitet werden kann.Sie beruht einerseits auf dem Gerechtigkeitsgrundsatz der gleichen Freiheit für alle sowie andererseits auf dem Gerechtigkeitsgrundsatz der fairen Chancengleichheit samt Unterschiedsprinzip. Während Ersterer dafür Sorge trägt, dass sämtliche Mitglieder der Gesellschaft über das gleiche umfangreichste System von Grundfreiheiten verfügen, das mit allen anderen verträglich ist, trägt Letzterer dafür Sorge, dass die Grundstruktur der Gesellschaft so beschaffen ist, dass alle die gleichen Chancen auf die von den Institutionen eingerichteten Positionen und Ämter haben, dass niemand von seiner zufälligen sozialen Ausgangsposition und der Verteilung der natürlichen Fähigkeiten Vor- oder Nachteile hat, ohne einen Ausgleich zu geben oder ihn zu empfangen, und dass Verteilungsunterschiede, mithin die Ungleichverteilung der Grundgüter nur dann gestattet ist, wenn sich dadurch die Lebensaussichten aller Mitglieder der Gesellschaft verbessern. Für John Rawls ist unmittelbar einsichtig, dass vernünftige repräsentative Personen im Urzustand unter allen möglichen zur Wahl stehenden Grundsätzen notwendigerweise die Grundsätze der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness wählen würden, denn sie führen als einzige zu einer Grundstruktur der Gesellschaft, die dem Anspruch gerecht zu werden vermag, die eigenen Lebensaussichten samt jener der nachkommenden Generation auf die umfangreichste Weise abzusichern. Eine auf den Grundsätzen der Gerechtigkeit aufruhende Gesellschaft, oder besser gesagt, eine Gesellschaft, deren Grundstruktur diese Grundsätze erfüllt, ist aber nicht nur eine gerechte, sondern auch eine stabile Gesellschaft, denn die Menschen wollen gemeinhin erhalten, was ihnen allen zum Vorteil gereicht.

Literatur:
Rawls, John: Eine Theorie der Gerechtigkeit, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1979.
Wass, Bernd: Prinzipien und Struktur einer gerechten Gesellschaft, Über John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit, Tredition, Hamburg, 2019.

04 2024 ⎥BUCHPRÄSENTATION "DIE ZEIT DER VERNUNFT" ⎥TABAKFABRIK LINZ

FANTASTISCHER RATIONALISMUS UND PHILOSOPHIE DER NEUZEIT

VOLLES HAUS IM ZEICHEN DER PHILOSOPHIE UND DER KUNST

Der Co-Gründer und Co-Direktor der School of Philosophy durfte sich am 22.04.2024 über ein volles Haus in der Linzer Grand Garage freuen! Über 100 Gäste sind der Einladung zur Buchpräsenation gefolgt, die nicht zufällig am Tag des 300. Geburtstags Immanuel Kants über die Bühne ging. Mit der daran anschließenden Vernissage der Wiener Künstlerin Martina Six, die das Buch illustriert, die Kahtedralen aus Begriffen in Kunst übersetzt hat, war es ein großartiger Abend im Zeichen von Philosophie und Kunst. 

Das Buch "Die Zeit der Vernunft" ist ab sofort im Buchandel erhältlich!
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DIE SENDUNG ZUM BUCH, TALK UND INTERVIEW MIT DEM AUTOR 

Chris Müller, Entrepreneur und Zukunftsarchäologe, bat den Co-Gründer der School of Philosophy und Autor der "Zeit der Vernunft", Bernd Waß, zum Interview in die Wunderkammer. 

02 2024 ⎥PHILOSOPHIELEHRGANG ⎥SOP WIEN

GESCHICHTE – LOGIK – ERKENNTNISTHEORIE – METAPHYSIK – ETHIK

Studium der philosophischen Grundlagen der Logik, Metaphysik, Erkenntnistheorie und Ethik, sowie eine Einführung in die Geschichte der Philosophie

Es war in der Tat ein wilder, intellektueller Ritt durch die überaus fantastischen Landschaften philosophischer Weltdeutung. Und einen solchen Ritt mit Menschen erlebt haben zu dürfen, die derart philosophisch sind, wie ihr es seid, die so schnell die großen Höhen der Abstraktion zu ihrem vertrauten Terrain machten und deren Freude am Theoretischen so unmittelbar spürbar war, das war ein ganz großes Vergnügen und ein ebensolches Privileg! Ein Ritt, der uns von den Vorsokratikern über das hell leuchtende Dreigestirn der Antike – Sokrates, Platon, Aristoteles –, von den Epikureern und den Stoikern über die Philosophie des Mittelalters, vom Aufbruch in die Zeit der Vernunft über den Neubeginn der Philosophie bei Descartes, vom großen Immanuel Kant und der Idee der Aufklärung über die Romantik, vom Deutschen Idealismus über den Hegelianismus – Marx und Feuerbach – und vom Positivismus über die Exzentriker bis zur Philosophie der Gegenwart brachte. Ein Ritt, der uns an den großen Kathedralen der Weltdeutung vorbeiführte, der uns mit dem Skalpell des Denkens – der philosophischen Logik – vertraut machte und der uns die Probleme vor Augen führte, in die wir als erkennende Wesen geraten, sobald wir unsere eigene epistemische Situation aufzuhellen versuchen. Ein Ritt, der uns in die Metaphysik und auf die höchsten Gipfel der Abstraktion führte, wo uns die letzten Fragen des Menschseins vorgelegt sind – ob es einen Gott gibt, ob wir frei sind und ob die Seele ewig ist. Ein Ritt endlich, bei dem wir in der Ethik auf das Land des menschlichen Handelns stießen und die großen Herausforderungen sahen, unser Zusammenleben entlang vernünftiger moralischer Prinzipien auszugestalten. 

Vielen Dank! Und wir freuen uns, euch bei dem einen oder anderen philosophischen Scharmützel erneut begrüßen zu dürfen! Eine gute Zeit! Bleibt uns gewogen!