Die 12. Auflage der Sommerakademie der School of Philosophy in der Toskana liegt hinter uns und sie bot uns einmal mehr großes philosophisches Kino. Das darf man ohne Zweifel sagen. Mit Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel haben dieses Mal der Großaufklärer und der Weltphilosoph die Bühne betreten.
Mit Kants Vernunftethik wurden wir zur Selbstachtung aufgefordert und also dazu, unserer unverbrüchlichen Würde Ausdruck zu verleihen, indem wir uns dem moralischen Gesetz unterwerfen, das in uns selbst liegt, und tun, was zu tun gut ist. Eine kompromisslose Philosophie der Moral am Scheideweg zwischen unseren Begierden und Neigungen auf der einen Seite und unserer Mitgliedschaft in der Gemeinschaft der Vernünftigen auf der anderen.
Mit Hegel wiederum hat sich uns der Weg der Vernunft als solcher offenbart – die dialektische Bewegung des Denkens von der naiven sinnlichen Gewissheit über das Selbstbewusstsein bis zum Weltgeist. Eine optimistische Philosophie vom Werden des menschlichen Geistes, der seine Selbstwidersprüchlichkeit und damit zugleich die Widersprüchlichkeit der Welt in einem sich fortschreibenden Entwicklungsgang aus These, Antithese und Synthese endgültig überwindet.
Ein großer Dank an die zwölf Unerschrockenen, vom Arzt über die Immobilienmanagerin und der Lehrerin bis zum pensionierten Tischler, dass sie dieses Wagnis des Denkens jenseits des Alltags auf sich genommen haben!